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    Der erste Tag im Radio

     von Christian Prescher

Aller Anfang...

Deutschland halb zehn Uhr morgens. Der Neue hat seinen ersten Tag im Sender: Redaktionssitzung. Der Chefredakteur durchwühlt den Ordner nach Terminen und aktuellen Themen. "Heute Abend ist Länderspiel, mach mal ne Umfrage". Ab in die Technik und raus auf die Straße. Doch sobald die Passanten das Mikrofon sehen, wechseln sie die Straßenseite, "keine Zeit" sagen die Meisten. Mit etwas Mühe schafft er es schließlich doch, einige Stimmen einzufangen. Mit seinen ersten kleinen Interviews macht er sich auf den Rückweg.

Eile tut Not

Zurück im Sender tönt es aus dem Studio "Die Umfrage brauch ich aber in 10 Minuten, schafft ihr das?" Der Neue fühlt sich ganz schön gefordert. Aber ein Redakteur nimmt die Sache in die Hand und zeigt ihm, wie das mit dem Schneiden am Computer geht. Dann rein zum Moderator: zwei Bildschirme, jede Menge Regler und noch viel mehr Knöpfe im Sendestudio machen mächtig Eindruck auf den Radioneuling. Doch es sind nur ein paar Mausklicks, und schon geht seine erste Umfrage auf Sendung. Stolz!

Wer rastet,...

Schon geht´s weiter. "In einer halben Stunde ist eine Pressekonferenz im Rathaus, geh mal hin und bring ein paar O-Töne mit", sagt der Chefredakteur. Auf der Sitzung versteht unser Praktikant erst mal nur Bahnhof. Anträge, Abstimmungen und Bekanntgaben, unserem rasenden Reporter raucht der Kopf. Aber mit leeren Händen zurück
in den Sender? Auf keinen Fall! Also schnappt er sich sein Mikro und befragt den Bürgermeister noch einmal - alles
im Kasten!

Das Wichtigste kommt zuerst !

Zurück im Sender will der CVD von unserem Neuling eine Nachricht zum Rathaustermin: "Das Wichtigste zuerst, Du weißt schon, und immer schön an den Hörer denken", ruft er ihm hinterher. Die Nachricht steht, aber unser Praktikant ist noch immer nicht fertig. Jetzt soll ein gebauter Beitrag aus den Rathaustönen werden. Doch die Erstfassung ist über fünf Minuten lang. Es dürfen aber nur 1:30 sein, erinnert er sich. Der Redakteur greift ihm erneut unter die Arme, gemeinsam kürzen sie den Beitrag auf zwei Minuten - und für den Hörer ist alles drin!
Der Beitrag ist gesendet, unser Radioneuling kann nach Hause gehen. "Puuh, ganz schön anstrengend so ein erster Tag im Radio!"